Müssen Elternabende eigentlich immer drinnen stattfinden?

Diese Frage stellte ich mir vor Kurzem

Im Julius-Kindergarten in Aichach durfte ich mit meinem Vortrag „Sprachförderung leicht gemacht“ den Elternabend mitgestalten. Die Informationen zum kindlichen Denken und Spracherwerb wollte ich abern nicht einfach nur erzählen.

So kam es zu einem ganz „märchenhaften“ Elternabend, der nicht nur die Weitergabe von allgemeinen Informaimg_0889tionen zum Ziel hatte, sondern auch das Thema „Sprachförderung leicht gemacht“ auf praktische und theoretische Art unterhaltsam anging.

Mein Anliegen war es, den Eltern das bildliche Denken ihrer Kinder nahezubringen, indem sie es selbst erfahren. Dadurch konnte ich im späteren Vortrag an diese Erlebnisse anknüpfen.

Aber wie geht das möglichst schnell und einfach?

Dieser Kindergarten verfügt über einen herrlichen Garten mit verschiedensten Baumarten: Tannen, Fichten, Kiefern, Douglasien, Lärchen usw.

Dieser „Gartenschatz“ brachte mich auf die Idee, den Abend in diesem zauberhaften Garten des Kinderhauses mit Sinneserlebnissen eingeläutet. Zunächst fühlten die Teilnehmer verschiedenen Baumrinden im Garten und dann rochen sie an den Nadeln von Tanne, Fichte und Kiefer. Nach diesen intensiven Eindrücken wurde die typische Kinderfrage:

„Mama, können Bäume eigentlich reden?“

mit einem Bäume-Märchen beantwortet. Eine solche phantasievolle Geschichte bringt den Kindern oft mehr, als eine komplexe, sachliche Information, weil sie sich die Antwort VORSTELLEN können.

Die eigene Erfahrung mit den verschiedenen Oberflächen und den herrlichen Düften und das Märchen, das eine typische Kinderfrage aufgreift, macht aus einfachen „Bäumen“ plötzlich verschiedene, faszinierende Lebewesen.

AUF DIESE WEISE FÖRDERT MAN INDIREKT DAS INTERESSE AN NATURWISSENSCHAFTEN.

WARUM? Weil die Kinder so erst richtig NEUGIERIG werden und  genauer nachbohren: „Mama, und wie sprechen die Bäume jetzt wirklich miteinander?“ Dann ist es Zeit, von der Kommunikation der Bäume über Duftstoffe usw. zu erzählen.

Damit hier keine Missverständnisse aufkommen: Ich bin ein großer Fan der Naturwissenschaften. Ich suche lediglich einen Weg, der die Natur auch wirklich spannend für die Menschen macht. Immerhin bin ich mir sicher, dass eine Antwort, die man nicht versteht, zu Frust führt. Das Kind fühlt sich dann schnell als „Dummling“.

Goethe war übrigens ein hervorragender Naturwissenschaftler.

Vielleicht hat ja auch seine Mutter dazu beigetragen. Sie soll eine wunderbare Märchenerzählerin gewesen sein. Die Sprachförderung ist ihr jedenfalls gelungen.

Die Sinneserfahrungen und die erzählten Märchen ermöglichen Groß und Klein einen intensiven Zugang zu unserer UM-WELT. Auf diesem Nährboden können Kreativität, Konzentration und vor allem auch der Zugang zur Sprache gedeihen.

 

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